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Kaplan Alois Gwerder


Aus dem "Bote der Urschweiz"


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Die Wallfahrtskapelle zur Lieben Frau der immerwährenden Hilfe im Bisisthal 1872 erbaut — 1874 eingeweiht

 

«Wo der Bach in blauen Fluten zwischen Felsen, Weidenruten In die Welt vom Tale rinnt, Steht ein Heiligtum am Walde, dessen Stufen eine Halde, dessen Wächter Tannen sind.»

 

 

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Wie sich altehrwürdige Einwohner und frommbetagte Bergpilger als Zeugen ihrer lieben Heimatgeschichte noch erinnern können, werden es am 6. Oktober 1974 100 volle Jahre her sein, seitdem das Bergkirchlein und jetzige Wallfahrtskapelle im Bisisthal vom hohen Felsen herab den frommen Hirten erstmals grüsste. Was muss es fìir die Alpbewohner eine Freude gewesen sein, im abgeschiedenen Tale, besonders im strengen Winter und hohem Schnee in der Nähe ihrer Alphütten und ihrer Lebensexistenz eine stille Gebetsstätte zu haben, wo sie ihrem Herrn und Gott ihre Bitten im heiligen Opfer darbringen und fìir Heim und Arbeit, abgeschieden vom Lärm der weiten Welt bieder und treu zu ihrer Scholle haltend, Gottes Segen erflehen konnten. Das wurde ihnen durch Gottes Gnadenruf erfüllt.

«Droben stehet die Kapelle schauet still ins Tal hinab.»

Bisisthal war damals noch eine einfache, naturtreue Berggegend. Ein schmaler, strenger Fussweg führte vom Muotathal durch die Felsenschlucht. Keine Kirche oder auch nur kleine Kapelle, keine Zufahrtsstrasse, keine Schule, keine Post waren zu finden, und doch ist es fast zweihundert Jahre, dass sich dort an den Berghängen Alphirten ansiedelten und mit der Zeit etwa 40 Berghäuser vereinzelt und zerstreut mit immer sich mehrenden Alphütten standen. Umso schöner war aber das stillgütige Einvernehmen und der ehrlichfrohe Gemeinschaftssinn und Bergfriede der Bewohner, der sich gelegentlich im jugendfrohen Jauchzer und lieblichtrauten Alphornruf und der Gebetsabendstimme sich von felsiger Höhe offenbarte. Aber mit den Schicksalsmächten ist kein ewiger Bund zu flechten, und das Unglück schreitet schnell.

 

Willst zur Krone, musst durch Leiden und Kreuz du mutvoll fiirbass gehn, einst wirst voll Staunen du, voll Freuden, den wunderbaren Weg verstehn ! —

 

So klopfte eines Tags «der Herr» an die einfache Türe des Begründers der Kapelle und rief ihn auf den Leidensweg, mitten aus seines Lebens friedlicher Arbeit.

 

Joseph Lienard Inderbitzin, der älteste Sohn des Joseph Inderbitzin ab Schwarzenbach, sah sich plötzlich vor die Schwelle des Unglücks gestellt. Vater und Mutter starben von neun unerwachsenen Kindern weg, er selbst wurde schwer krank erblindete sogar und sein Heim und seine Lebensaufgabe kam in eine bittere, fast aussichtslose Zukunftslage. Da kam der damalige HI-I. Pfarrer Baumgartner aus dem Muotathal an sein Krankenlager, tröstete und stärkte ihn mit der Kraft Gottes im heiligsten Sakrament, und im tiefen Gottesglauben fand er wieder Mut zum Leben. Und er versprach, wenn er wieder gesund und sehend werde, «der Helferin der Christen» eine Kapelle zu erbauen.

 

 

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Gedrücktes, wundes Herz,

 

Dann wandelt in Entzücken

 

Sich bald dein tiefster Schmerz !

 

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Lienard ward nach langem Dulden und Leiden wieder gesund und sehend auf die Fürbitte der lieben Muttergottes. Er verschob aber dann den Bau, und erst nachdem er das dritte Mal krank und wieder genesen war, fing er 

nicht ohne Sorgen im Jahre 1872 das Bauen an. Er begann Steine und Kalk zu bereiten und sein gemachtes Versprechen in die Tat umzusetzen, den Ort auf felsigem Grund, wo die Kapelle steht, will die Mutter der Gnade gezeigt haben.

Lienard war arm, sehr arm. Er musste schwer arbeiten, um Geschwister und Heim zu erhalten und schmal durchs Leben gehen. Aber sein heilig gefasster Wille und Gebet liess nicht nach bis das Werk erstand.

Nun war die Freude gross. Es erging die Bitte an HH. Bischof von Chur Joh. Fidelis Bataglia, um Weihe der Kapelle, und am 6. Oktober 1874 wurde sie zum öffentlichen Gottesdienst durch den damaligen HH. Abt von Einsiedeln eingesegnet. Schon vorher wurde oft der Wunsch laut, man sollte in dieser, von der Pfarrkirche zwei Stunden entfernten Gegend ein kleines Kirchlein haben. Wohl stand in der Nähe der jetzigen Kapelle seit 1785 ein Unterstandhäuschen fìir müde Wanderer mit dem Bilde der hl. Äbte Antonius und Wendelinus, errichtet von zwei Hirten jener Gegend. Weil der Gründer der Kapelle am Feste Maria Himmelfahrt der Mutter Gottes sein Gelübde gemacht, wollte er das Bild der unbefleckten Himmelskönigin auf dem Altare anbringen. Und da war zufüllig aus Rom ein Muttergottesbild hierhergekommen, und der Besitzer schenkte es mit Freuden der neuen Kapelle. Aber merkwürdig! Auf dem Transporte an seinen Bestimmungsort wurde das Bild beschädigt, so dass es seinem Zwecke nicht mehr entsprechen konnte. Davon hörte der fast blinde Pfarrer Jos. M. Russi von Ger- sau und schickte aus seiner Habe ein schönes Bild Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe, und so wurde die Kapelle ein Heiligtum der Mutter der immerwährenden Hilfe. Schon am Tage der Einweihung der Kapelle zeigte sie sich als solche. Am Morgen des 6. Oktober 1874 fiihlte sich der Gründer wieder von seiner früheren Krankheit befallen. Allein auf Bitten von Priester und Freunden liess er sich zur Kapelle führen und wurde sogleich wieder gesund und blieb es bis zu seinem Tode. Seit 1874 nun sind zahlreiche hl. Messen in der Maria-Hilf-Kapelle gelesen worden und werden noch solche gelesen im Sommer und Winter. Die Pfarrgemeinde Muotathal kommt seit Jahren in Prozession zahlreich hierher und fromme Pilger von Nah und Fern ziehen besonders in den Sommertagen jetzt hinaufzur Kapelle U. L. Frau von der immerwährenden Hilfe und zu 

Hundertmalen steigt aus ihrem Herzen der Ruf empor: «O Maria, immer hilf ! » Und der hochwürdigste Herr Diözesan-Bischof von Chur hat erlaubt, dass nach jedem Gottesdienste in der Maria Immerhilf-Kapelle die Litanei zur Mutter der immerwährenden Hilfe gebetet werden dürfe, wie solche in diesem Büchlein zu finden ist. Am 30. September 1898 hat auch der genannte hochwürdigste Bischof Johannes Fidelis die Filiale Bisisthal mit einem Besuche beehrt. — Der erste Bischof, der je den Fuss in diese Gegend gesetzt. —

 

In der Folge hat der Geist und die seelsorgliche Liebe des HH. Pfarrers und Dekans Dr. Schmid für das Tal unvergesslich viel Gutes getan und manchen guten Wohltäter für Bisisthal gewonnen. Manchem Erdenpilger ist er seelisch nahe getreten und hat ihn wohl geistig aufgerichtet und «der immerwährenden Hilfe» empfohlen im Gedanken:

 

 

O halt nur aus in schwerer Stunde, Versage nicht im Sturmesgraus!

 

Wirf nur aus gläub'gem Herzensgrunde Den Anker des Gebetes aus!

 

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Wenn du, freundlicher Leser, deine Gebete in der Kapelle verrichtest, wirst du ein wenig Umschau halten, und es wird dir gewiss eines auffallen: die vielen Votivtafeln. Diese werden dein Vertrauen auf die mächtige Hilfe der himmlischen Mutter vermehren. Da hörst du, dass eine Frau mehrere Ärzte beraten, auch mehrere Wochen in Wörishofen zugebracht und dass alles umsonst gewesen. Und dass sie dann sich vertrauensvoll an U. L. Frau gewendet und sich plötzlich von ihrem Übel befreit Rihlte, während sie in der Kapelle im Bisisthal betete. Dieselbe erfreute sich nachher der besten Gesundheit. — Ein hochangesehener Mann, der Richter B. aus Maria Einsiedeln, kam auf seinem Ausfluge in die Alpen auch zu unserer Kapelle und betete mit Andacht fìir seinen kranken Knaben Franz zu Hause. Als er heimkam, fand er sein Söhnchen, das seit 10 Jahren gelähmt war, bedeutend besser. Nach acht Tagen konnte der Kleine wieder allein stehen und gehen. Zum Danke schickte der erfreute Vater ein herrliches Herz-Jesu Gemälde für die Kapelle in Bisisthal.

 

Ein Mann aus dem Dorfe Steinen hatte an einem Fusse unsägliche Schmerzen. Man sah an demselben nur mehr Haut und Bein. Da gelobte er eine Wallfahrt ins Bisisthal und genas. Fast einen ganzen Tag betete er und seine Frau zum Danke vor dem Bilde in unserer Wallfahrts-Kapelle. -- Der Schmied U. von J. war mit der Epilepsie (Fallsucht) behaftet seit langer Zeit. Er hört von Bisisthal, verspricht eine Wallfahrt dorthin und bleibt fortan gesund bis zu seinem Tode (1898). Doch freundlicher Leser, was sollen wir dich noch länger mit solchen Begebenheiten auffalten? Gehe hin und du wirst es selber erfahren, dass Maria nicht umsonst den Titel «Mutter von der immerwährenden Hilfe» führt. Ihre Güte und Barmherzigkeit sei ewig gepriesen!


Heute ist's im Tal vielfach anders geworden. Gute Strasse, Kirche, Schule, Gottesdienst und was das Leben verlangt ist vorhanden. In gesunden und kranken Tagen ist Hilfe bereit. Autobus und Post vermitteln Verkehr und bringen Hunderte von Touristen. Die Radio-Kameraden brachten elektrische Energie und Licht und so mancher gute Dienst im Sommer und Winter ist am Volk geleistet worden. So ist auch die Gnadenkapelle mit ihrer Einladung an den Pilger leichter zu finden und die Einwohner von Bisisthal halten es für ihre Ehre, Pilger und Touristen gastfreundlich zu bewirten und aufzunehmen. Mancher ist deswegen schon müde vom Alltag zur Höhe

gewandert zur Gnadenmutter der Immerwährenden Hilfe und heimgekehrt in stillem Gedenken:

Frischen Mut zu jedem Kampf und Leid

Hab' ich talwärts von der Höh' getragen, Alpen, Alpen ! Unvergesslich seid meinem Herzen ihr in allen Tagen!

 

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